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Papiersorten

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  • Eine Übersicht über die verschiedenen Künstlerpapiere mit ihren Eigenschaften und Unterschieden.
    Papiere - die Qual der Wahl

    Bei fast keinem anderen Material für Künstler gibt es eine so große Auswahl wie bei den Papiersorten. Das ist mir erst heute wieder aufgefallen, als ich durch die schier endlos erscheinende Papierabteilung meines Lieblingskünstlerladens gewandelt bin. Für jeden ist was dabei, aber die Angebote sind unglaublich vielfältig. Sie unterscheiden sich in Formaten, Oberflächen, Dicken, Verhalten, Malweisen und vielem mehr. Da ist es nicht leicht, den Überblick zu behalten, und für sich das am besten geeignetste Papier zu finden. Vielleicht kann dieser kurze Artikel etwas mehr Licht in das Dunkel des Papierdschungels bringen.

    Informationen auf einen Blick

    Fast auf jedem Block finden wir Informationen zum Papier, mal mehr, mal weniger. Aber aus diesen kleinen Infos kann man schon einmal viel herauslesen. Hier mal die wichtigsten Eckpunkte:

    Papierstärke bzw. Dicke
    Sie wird in Gramm pro Quadratmeter angegeben. Das heißt je schwerer das Papier ist, desto dicker ist es auch. Kopierpapier liegt bei etwa 80 g/m2, einige dünne Layoutpapier liegen noch darunter, die meisten Papiere sind aber dicker. Zeichenpapier etwa liegt zwischen 100 und 200, Aquarellpapiere gehen auch gern bis 300 oder weiter. Danach folgen starke Papiere oder gar Malpappen.

    holzfrei
    Wie jetzt? Papier wird doch aus Holz hergestellt, oder nicht? Nicht immer, viele Künstlerpapiere sind aus Zellstoffen gemacht. Auch das sind Pflanzenfasern, das heißt es werden trotzdem Bäume gefällt. Man unterscheidet aber zwischen Holzstoff und Zellstoff. Bei Zellstoff werden die Fasern von Bäumen, selten auch anderen Pflanzen chemisch aufgearbeitet und zu Papier gepresst. Zellstoff enthält im Gegensatz zu Holzstoff kein Lignin, dass zum vergilben der Papiere führen kann. Zellstoff-Papiere sind also länger beständig. ("altersbeständig" liest man dann auf den Blöcken)

    säurefrei
    In der Papierherstellung werden verschiedene Chemikalien eingesetzt, darunter auch saure Stoffe. Liegt im Papier keine freie Säure mehr vor, spricht man von Säurefrei. Das wirkt sich ebenfalls positiv auf die Altersbeständigkeit aus.

    Farbe
    Papier gibt es natürlich auch in bunt, aber hier ist eher der Grad des Weißtons gemeint, den das Papier hat, also der Weißgrad. Er wird meist nach einem ISO Standard festgelegt, und wird eigentlich mit einer Zahl angegeben. Auf den Blöcken liest man aber eher aussagekräftiger Bezeichnungen wie : "Extra weiß", "Reinweiß" oder "Naturweiß", dass wohl ungebleichtes Papier bezeichnet.

    Papierarten - für jede Technik

    Jede Technik, ob trocken oder nass, hat seine Anforderungen an das Papier. Aus diesem Grund gibt es auch die enorme Vielfalt an Papierarten. Aber auch innerhalb der Techniken können sich die Papiere stark unterscheiden.

    Aquarellpapiere

    Hier gibt es eine enorme Vielfalt! Fangen wir an mit der Dicke: allein z.B. bei Hahnemühle gibt es Papier von 100 - 450 g/m2! Für den Einstieg eignet sich am besten eine mittlere Zahl um 250/300. Die meisten Aquarellblöcke sind vierseitig verleimt, so dass sich die Papier nicht Wellen, wenn das Wasser ins Spiel kommt. Blöcke für Aquarellskizzen, oder mit Ringbindung gibt es aber auch. Aquarellblöcke haben fast nie DIN Formate. Eigentlich eine gute Frage, warum dass so ist. Es gibt daher auch extra Passepartouts für Aquarellformate, wenn man das Bild dann in einen Rahmen setzen will.

    Heiß-und kaltgepresst: Bezeichnet die Herstellungsart der einzelnen Blätter. Kaltgepresste Papiere sind glatt und geben den Farben scharfen Kanten, heißgepresste sind rauer und saugfähiger, die Farben verlaufen und "arbeiten" mit dem Papier. Nach kaltgepresstem Papier muss man oft etwas suchen, heißgepresst ist oft der Standard.

    Oberfläche: Hier gibt es von einer leichten Körnung, etwas raueren Papiern über Leinwandartige Oberflächen bis hin zu ganz glatten Sorten alles. Es liegt vor allem an einem selber, was man hier bevorzugt, aber auch an der Art wie man malen möchte. Jea kräftiger die Struktur, desto mehr macht die Farbe was sie möchte. Es entstehen dann schöne, eben Aquarell typische Effekte.

    (Echt) Bütten: Dieses Papier ist entweder Handgeschöpft oder wird mit der Siebmaschine hergestellt, weißt keinen gerade geschnittenen Rand auf und besteht aus Zellstoff oder auch aus Hadern.

    Hadern: Bezeichnete früher Lampen oder Stofffetzen. Dieses Papier besteht aus Faserresten von Stoffen, also Baumwolle, Hanf, oder teilweise synthetische Fasern.

    Praktisch für den Anfang sind Blöcke, auf denen es verschiedene Papiersorten zum testen gibt. Als wichtige Marken kann man hier Hahnemühle, Fabriano, Canson, guardi artistico, Schoellershammer und Arches nennen. Aber auch die Eigenmarke von z.B. Bösner finde ich gut, und vor allem preiswert.

    Acrylpapiere


    Auch wenn die meisten Acrylbilder auf Leinwand oder Keilrahmen egmalt werden, gibt es auch einige Künstler die das Malen auf Papier bevorzugen. Diese sind natürlich entsprechend dick, bis hin zu Kartons, und haben verschiedene Oberflächen: Welche die eine Leinwand nachahmen, aber auch glattere Papiere. Auf für Mixed Media sind solche Papiere gut, da sie recht robust sein müssen, umd den dicken und feuchten Farbauftrag stand halten zu können.

    Papier für Ölfarben

    Hier gilt fast das gleiche wie für Acrylpapiere. Allerdings muss ich zugeben, dass ich hier nicht sehr viel dazu sagen kann, da ich weder Öl verwende noch damit auf besagtem Papier male. Für die Trocken-Pinsel-Technik wird aber in der Regel eher leicht raues Aquarellapier verwendet.

    Pastellpapier

    Hier kann man relativ viel Geld ausgeben, aber man wird auch sofort den Unterschied zu "normalen" Papier merken. Soft und Hartpastelle sind von sehr trockener und staubiger Konsistenz und brauchen so eine gewisse Rauheit, um auf dem Papier haften zu können. Am besten geeignet für Pastellbilder sind farbige Papiere. So kann man den Hintergrund gestalten, oder die Farbe des Motivs aufnehmen. Grundsätzlich kann man auch auf Tonpapier oder Tonkarton malen. Dieser hat eine sehr geringe Rauheit, dass heißt, man kann nciht sehr viele Schichten aufbringen aber sehr gut verblenden.
    Pastellpapiere gibt es auch als Blöcke, oft mit sortierten Farben. Gefragt sind aber auch Einzelbögen, die z.B. 50*60cm oder auch größer sind. Dabei ist meist nur die Vorderseite zum malen geeignet. Es gibt sie relativ rau bis hin zu sandpapierartig. Die preise schwanken pro Bogen zwischen 2-6 Euro.
    Beliebt sind Sennlier (PastelCard), Canson (Mi Teints/ Mi Teints Touch), Lana, oder Lairefontaine (Pastelmat).

    Velourspapier besitzt eine samtige Oberfläche, eben wie Veloursstoff. Es ist etwas gewöhnungsbedürftig aber man erzielt auch klasse Resultate.

    Ingrespapier ist ein "geripptes" Papier. Es weißt gerade Streifen auf, die beim übermalen charakteristisch durchschimmern. Auch für Kohle ist dieses Papier geeignet.

    Layoutpapier


    Layout oder Markerpapier wird oft unter verschiedenen Bezeichnungen angeboten. Gemeint ist aber Papier für Marker auf Alkoholbasis. Diese würden von normalen Papier "leergesaugt" werden, die Linien würden ausfransen, weil sie ins Papier "bluten" und die Frabe würde auf die darunterliegenden Blätter durchschlagen. Diese speziellen Papier haben also auf der Vorderseite eine Beschichtung, die dieses Verhalten verhindert. Diese Papier sind oft auch sehr dünn.
    Marken sind hier: Canson, Schoellershammer, Lana und Hahnemühle.

    Zeichen- und Skizzenpapier

    Wenn ich ehrlich bin, hab ich bis heute keinen wirklichen Unterschied zwischen Zeichen- und Skizzenpapier entdeckt. Vielleicht, weil einige Skizzenpapier auch Altpapier enthalten, und somit nicht reinweiß sind, werden sie nochmal unterteilt. Ich weiß es nicht. Aber hier gibt es auch wieder ein riesen Auswahl ind Oberflächen und Formaten. Auch hier gilt: je rauer das Papier, desto besser kann man schichten, aber desto mehr kommt der Charakter des Papieres durch. Zeichnet man mit Bleistift über glattes Papier, kann man ihn ganz sanft verwischen, bis man keinen Strich mehr sieht. Auf rauem Papier geht das auch, aber man wird in der Schattierung dann die Körnung des Blattes sehen.
    Besonders preisgünstig bei hohem Verbrauch sind hier auch Großpackungen mit Einzelbögen statt Blöcken. Zeichenhefte und Bücher gibt es auch mit sämtlichen Oberflächen, die man sich vorstellen kann.

    Spezialpapiere

    - Kraftpapier: Ist oft überraschend dünn und hat die Farbe von Karton und eine leicht Strukturierte Oberfläche. Toll für große Skizzen in Kohle oder Kreide.
    - Japanische und chinesische Papiere: Hier gibt es so viele Sorten, dass man einen eigenen Artikel darüber schreiben kann. Leider kenne ich mich damit nicht aus :D
    - Naturpapiere wie Papyrus, gefärbtes Papier mit Naturfarben oder Himayalapapiere.
    - Steinpapier: besteht tatsöchlich nichts aus Pflanzenfasern sondern aus Kalksteinmehl. Es ist daher absolut reißfest und wasserbeständig, es quillt weder, noch nimmt es Wasser auf. Daher eignet es sich auch für Marker, aber auch für Aqaurell, was einen besonderen Effekt ergibt. Auch mit anderen Medien kann man hier experimentieren.
    - .... diese Liste kann sicher sehr viel weiter ausgeführt werden :D


    Bei den Papieren gilt also: Testen! Jedem liegt ein anderes Papier. Man kann Spezialpapiere für eine bestimmte Technik suchen, oder auch mal testen, was passiert wenn man ein anderes Medium nimmt, als eigentlich gedacht. Ich verweise hier auch gern auf die Aktion: "Papiertausch" im Forum: Papiertausch mit Einzelblätter

    Ich hoffe, der Artikel kann dem einem oder anderem weiter helfen ;)

    1.444 mal gelesen

Kommentare 1

  • SIvra -

    Vielen Dank, auch hier wurde mir weiter geholfen. Ich hatte in letzter Zeit oft den Begriff Steinpapier gehört und konnte damit nichts anfangen. Nun bin ich schlauer und probiere es vielleicht mal aus.

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