Amazon Partnerlinks:  
 
 
 

Wie ist das so mit den Preisen

  • Du Georg du hast doch aber deine Auftragsarbeit nicht umsonst in den Freudethread gepostet.

    Also freu dich! und weg mit den verqueren/miesen Gedanken [gruppen-umarmung]

    Du hast ja recht, Wuselwolf - ich hatte mich auch gefreut, aber war eher vorsichtig-skeptisch.


    Vorgestern hatten wir uns getroffen, um die Modalitäten zu besprechen.


    Sie möchte - nach einem Photo - ihr thüringisches Heimatdorf gemalt haben. Im Format von etwa 100x50 cm. Am liebsten in Öl, vielleicht auch Acryl. Mein Einwand "ich male mit Aquarellfarbe" - "Geht auch". Das Format machte mir Schwierigkeiten. 60x40 cm geht, größer nicht. "Schade, wir hatten schon einen Platz ausgesucht." - Als ich erklärte, dass ja ein Passepartout und ein Rahmen dazu kommt, war das auch noch OK.


    Aber dann kam der Oberhammer: die Photovorlage: ein Bild aus den 60er Jahren im Format 6x9 cm. Nicht besonders scharf. Die Farben... waren einmal schwarz und weiß. Dann musste ich leider passen.


    Wir haben vereinbart, sie versucht ein anderes, besseres Photo zu organisieren, das a) größer, b) farbig und c) scharf ist. Dann werden wir uns noch mal zusammen setzen. Sie denkt, dass sie über Bekannte und Verwandte noch einiges reinkriegen kann.


    Es ist also noch alles offen.


    Die Frage nach den Kosten konnte ich erst mal abbiegen. Aber davon ab: ich habe keine Ahnung, was man für ein Bild nach Photo verlangen kann, ohne rot zu werden.

  • Uups! Vielleicht werde ich doch viel zu früh rot?

    Eine Farbe fürs Bild hättest Du ja dann schon mal...[weg-renn]


    Bei der Gelegenheit (ist ja ein Grund zur Freude):


    Allen im Forum nachträglich ein frohes neues Jahr - Bonne anné!

    La vie c'est la vie, Il faut se la vivre...
    (Henri Salvador, frz. Musiker, Sänger & Schauspieler |1917 - 2008)

  • Novize andereseits sind 250 Euro nicht ganz so leicht zu bekommen. Unter 150 würde ich es aber auch nicht ansetzen.


    Georg

    Viel Erfolg mit dem Projekt. Und du darfst nicht rotwerden. Zähle einfach die Stunden die du daran arbeitest, dann setze was an über 5 Euro die Stunde und multipliziere. Sage ich meiner Mutter auch immer. Das hilft oft gerade bei Bilder malen nach Auftrag.

  • Bisschen mehr Selbstbewusstsein, unsere Erfahrung und Zeit ist ja schließlich was wert (die Materialien dann ja auch noch). 😉

    Freundschaftspreise sind ja durchaus denkbar (aber nur, wenn man wirklich gut befreundet ist [pfeif]).


    Ansonsten sind 5 Euro Stundenlohn schon arg niedrig (keine Ahnung wie lange du für Bilder so brauchst Georg).

    Unter 150 Euro würde ich das aber auch nicht machen. 😉

  • Ich denke mal, die Schwierigkeit liegt auch ein wenig daran, dass man es sonst ja zu privaten Zwecken "umsonst" aus Spaß an der Freude macht, oder? Das ist ja was anderes als bei...sagen wir einem Steuerberater, den man um Hilfe bei der Steuererklärung bittet oder so. Womit ich nicht sagen möchte, dass man weniger verlangen soll, aber das ist dann eben die Gratwanderung, oder? Viel Spaß in jedem Fall und viel Erfolg! [blumenstrauss]

  • Also jetzt mal im Ernst.

    Überall wird (zu Recht) das unterirdische Niveau des gesetzlichen Mindestlohnes von 9 Euro nochwas kritisiert - und das für einfach(st)e Tätigkeiten, die keinen eigenen Materialeinsatz und meist keine besonderen Qualifikationen erfordern.


    Warum um alles in der Welt lasst Ihr Euch auf Entlohnungsgedanken in der Größenordnung weit unterhalb dessen ein??

    Stellt doch bitte Eure Fähigkeiten nicht selbst so in den Keller, ich bitte Euch!

    La vie c'est la vie, Il faut se la vivre...
    (Henri Salvador, frz. Musiker, Sänger & Schauspieler |1917 - 2008)

  • Du hast völlig Recht Monty . Wenn eine Hilfe im Haushalt schon 14,00€ bekommt.

    Das Problem ist nur, dass man die Stunden beim Zeichnen nicht bezahlt bekommt. Malen mit Acryl und Aquarell ist nicht so aufwändig wie Zeichnen mit Farbstiften - fragt mal Eileen - und das bezahlt niemand. Wenn ich an mein Apfelbild und die 20 Stunden denke...... Außerdem haben wir alle nicht bei den richtigen Leuten studiert.

  • Vor etlichen Jahren bekam ich als Senior-Beratereinen Tagessatz von 1.500 €; bzw. ich bekam es leider nicht, sondern der Arbeitgeber stellte es unseren Kunden in Rechnung. Ich überlege, ob ich einen entsprechenden Stundensatz von 187,50€ nehmen sollte... [pfeif]


    Aber Elwa hat einen wichtigen Gedanken eingebracht: wir haben nicht bei den richtigen Leuten studiert. Könnte an sich damit brüsten, bei J. Beuys gelernt zu haben, gingen wahrscheinlich sogar die Butterbrotpapiere als Kunst weg. - Aber so...


    In der Beziehung bin ich - glaube ich - recht realistisch. Mein Name ist mehr berüchtigt als bekannt, keine Veröffentlichungen oder Ausstellungen und ich bin mehr lernend als erfolgreich. Wenn ich da zumindest die Möglichkeit habe, meine Kosten wieder einzuspielen, bin ich schon zufrieden. Mein "Marktwert" liegt wahrscheinlich irgendwo zwischen Null und 'keine Ahnung'. Das kann sich natürlich nach einigen Verkäufen schnell ändern.


    Mit anderen Worten mein Preis wird bei den Materialkosten plus X € liegen.

  • Aber hat die Haushaltshilfe auch so viel Spaß und kann sich dadurch weiterentwickeln? [pfeif] Ich verdiene ja mein Geld mit Texten und habe, vor allem zu Beginn, auch mal "unter Wert" gearbeitet mit schlechter Bezahlung, aber weil die Themen mich interessiert haben. Mich hat das nicht nur persönlich (ich habe meist was gelernt!), sondern auch beruflich weitergebracht! Ich habe heute auch noch einen Kunden, den ich mir "gönne", einfach weil die Themen mir Spaß machen, auf den Stundenlohn gucke ich da jetzt lieber nicht.

  • Also ich nehme 70.- Euro, habe aber auch schon 80.- bzw. 100.- bekommen.... freiwilliger Bonus 😇

    Eine Zwangsabnahme gibt es bei mir nicht, behalte sonst auch gerne das Bild, ist aber bisher noch nicht vorgekommen 😂

    Ich habe die Erfahrung gemacht, das dass die Menschen lockerer macht und wenn ich meine Arbeit gut mache, gibt es auch keine Gemecker 😎

  • Ich finde dieses Thema extrem komplex und schwierig... Gerade in der Mangaszene.

    Aber auch so ist bei Hobbyzeichnern die Gefahr groß, dass sie sich extrem unter Wert verkaufen... Was ja dann auch dem gesamten Arbeitsmarkt nicht gut tut, denn wenn man es bei dem günstiger bekommt, warum sollte man dann überhaupt noch bei einem professionellen Zeichner anfragen.

    Das ist zumindest ein Gegenargument für zu tiefe Preise einer befreundeten Illustratorin.

    Aber zu hoch dürfen die Preise dann doch auch wieder nicht sein, denn das ist dann wiederum einfach nur "dreist" und "geht gar nicht".


    Ich zerbreche mir daher schon seit längerer Zeit den Kopf darüber, was für Preise ich da verlangen darf.
    Ich habe dazu auch schon Preistabellen von anderen Zeichnern aus der Mangaszene zu Gemüte gezogen. Und da ist die Schere zwischen sehr niedrigen Preisen und recht hohen auch wieder extrem.

    In der Mangaszene werden die Preise i.d.R. nach folgenden, allgemeingültigen Faktoren bestimmt:

    - Traditionelle Zeichnung oder digtal

    - Größe/Format (Kakao-Karte / A6 / A5 / A4)

    - Chibi* oder normale Proportionen

    - Portrait / bis zur Hüfte / Ganzkörperansicht

    - Bleistift-Zeichnung / Lineart / Coloriert

    - kein Hintergrund / einfacher HG / detailierter HG

    - wenn ein weiterer Charakter drauf ist noch 50 oder 100% Aufschlag

    - wenn es ein detailierteres Design sein soll, gibts Aufschlag


    Anhand dieser Angaben, konnte ich mir schon mal eine Preistabelle erstellen.

    Aber wo sollte ich die Preise ansetzen? Wenn ich mir einenFestpreis pro Stunde gebe, dann müsste ich ja wissen, wie schnell ich ein Bild im Durchschnitt fertig habe. Und wenn ich für eine Zeichnung weniger lange brauche als andere, darf ich dann einen Aufpreis verlangen? Weil das sind ja auch Skills, die ich mir angeeignet habe.

    Kleinere Bilder sollten wohl nicht zu teuer sein... Wobei es auch auf den Detailgrad ankommt.

    Zudem darf man ruhig auch etwas mehr verlangen, wenn man schon seit längerer Zeit das Zeichnen übt und einen, ich sag jetzt mal, "soliden" Stil entwickelt hat.


    Warum ich mir das alles antue, fragt ihr euch?

    Damit ich mit Überzeugung sagen kann, dass ich meine Preise für gerechtfertigt halte.

    Ich möchte niemanden über den Tisch ziehen, aber ich möchte auch nicht, dass irgend ein Fremder meine Zeichnungen für Lau kriegt. Ich investiere viel Schweiss und Blut in meine Bilder, da will ich auch entsprechend dafür entlohnt werden. Manche erbarmen sich ja nicht mal zu nem richtigen "Danke"... Darum ist es mir wichtig, die Preise so gut ich kann, nach bestem Wissen und Gewissen, auszurechnen.

  • Also ich male ja so oder so, egal ob Auftrag oder Hobby, weil es mir einfach Spaß macht. Wenn ich dann für das eine oder andere Bild eine Entlohnung bekomme, freut mich das sehr 😅😇

  • Also ich male ja so oder so, egal ob Auftrag oder Hobby, weil es mir einfach Spaß macht. Wenn ich dann für das eine oder andere Bild eine Entlohnung bekomme, freut mich das sehr 😅😇

    Oh,also im Grunde mache ich das genauso, wobei ich keine Aufträge annehme.Aber wenn jemand wirklich eine Zeichnung zum Beispiel aus der Ausstellung kaufen will, reicht mir eine kleine Entlohnung nicht aus,dann gibt es einen fixen Preis mit kleinem VB-Spielraum.

  • Ein sehr interessantes Thema, was ist Kunst „wert“...


    Das hängt von so vielen Faktoren ab, zB macht man es hauptberuflich, dann muss man monatlich genug verdienen, um Krankenversicherung, Miete und Nebenkosten, Altersvorsorge und weitere Ausgaben bezahlen zu können.


    Macht man es als Hobby, dann kann man völlig frei entscheiden.


    Ich habe mal Anfang der 2000er bei einem Tag der offenen Tür in der hiesigen Hochschule der Künste einen Druck eines Linolschnittes einer Studentin für 50€ erworben, weil ich diesen kleinen Elefanten so toll fand. Das Bild ist ‚nur’ ca 10x10cm groß und ‚nur‘ ein Druck (ich glaube, sie sagte, die Auflage würde nicht höher als 20 oder 50 Stk sein, aber das kann ja keiner nachprüfen), aber es war mir die Summe wert und ich erfreue mich jedes Mal an seinem Anblick [love]

Amazon Partnerlinks: