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Kritik von Sachunkundigen?

  • Meint Ihr, um ordentliche Kritik geben zu können, benötigt man zwingend die Meinung eines Sachkundigen oder kann auch ein SachUNkundiger hilfreiche Kritik geben?


    Meine Meinung und Erfahrungen kommen später - Ihr sollt ja schließlich unbeeinflusst zu diesem Thema schreiben können. ;)

  • WEnn es um den Stil und die Maltechnik geht, bedarf es wohl doch eher eines Sachkundigen, um ordentliche Kritik zu bekommen.
    Aber wenn es nur um den Eindruck, die Wirkung geht, können SachUNkundige sehr wohl hilfreiche Kritik geben, da sie sich um so etwas wie die Technik gar nicht kümmern, sondern ihren reinen, unverfälschten Eindruck wiedergeben, was sie dazu denken.
    Ich mag es zum Beispiel, wenn meine 6-jährige Nichte mir sagt, was sie auf meinen Bildern sieht, wie sie es empfindet. Ob es freundlich wirkt oder eher hart.
    Mein Malstil interessiert sie dabei nicht im geringsten, entweder sie mag es oder sie mag es nicht. Tierbilder mag sie eindeutig lieber als Gebäude, was mir eigentlich genauso geht.

  • Ja, man sagt ja
    Kindermund tut Wahrheit kund
    Daher ist das sicher keine schlechte Idee, die Kleine einfach mal nach ihrer Meinung zu fragen.


    Übrigens schöne Bilder, die ihr malt. ;)


  • WEnn es um den Stil und die Maltechnik geht, bedarf es wohl doch eher eines Sachkundigen, um ordentliche Kritik zu bekommen.
    Aber wenn es nur um den Eindruck, die Wirkung geht, können SachUNkundige sehr wohl hilfreiche Kritik geben, da sie sich um so etwas wie die Technik gar nicht kümmern, sondern ihren reinen, unverfälschten Eindruck wiedergeben, was sie dazu denken.


    Dem schließe ich mich an.


    Es ist zu unterscheiden, welche Art Kritik ich gern hätte.
    Motiv - dazu kann jeder, der das Bild sieht, auch etwas sagen, nämlich seine Meinung. Wie wirkt das Bild auf den Betrachter?
    Technik - da kann ein Laie nur wenig zu sagen (außer, ob ihn persönlich die gewählte Technik anspricht). Am besten ist es gar, wenn man wirklich hilfreiche Kritik haben will, jemanden zu befragen, der das gleiche Material nutzt und sich damit auch schon auskennt.

  • Ich bin auch der Meinung, dass Unkundige ehes "emotionale" Kritik geben, die sich auf die Wirkung bezieht. Das finde ich total wichtig. Da sind Fachleute vielleicht zu sehr auf Technik, Methode und vor allem, was darf und was nicht spezialisiert.
    (und manchmal auch eingeengt.)
    Deshalb ist mir beides wichtig.
    Ich erfahre gerade, wieviel ich lerne von Künstlern auf Fehler, mir der entsprechenden Erklärung hingewiesen zu werden.
    Stelle auch fest, das Unkundige oft aus dem Gefühl heraus das Empfinden haben, etwas ist nicht stimmig, ohne es benennen zu können.

  • Das Problem ist, dass auch viele, die selbst zeichnen, eigentlich überhaupt keine Kritik geben können. Ich kritisiere seit vielen Jahren regelmäßig viele Bilder in meiner eigenen Community und wenn ich mir jetzt Kritiken durchlese, die ich vor vier Jahren gegeben habe, schüttle ich teilweise auch den Kopf, weil vieles unmöglich verständlich gewesen sein kann, auch wenn ich den Kritikpunkt heute vielleicht noch genauso gesehen hätte.
    Was ich damit sagen will, ist, dass richtig Kritik geben sehr schwierig ist. Zum einen ist die beste Kritik die, die nicht nur begründet, sondern auch direkt sagt, wie man bestimmte Fehler vermeidet bzw. an bestimmten Schwächen arbeitet und dazu braucht man nicht nur bzw. vielleicht überhaupt garnicht selbst zeichnerische Fähigkeiten, sondern auch theoretisches Hintergrundwissen und viel Erfahrung. Zum anderen braucht es eine Menge Übung um den richtigen Ton zu finden, damit die Kritik richtig aufgenommen werden kann. Und das ist leider nicht bei jedem Mensch der gleiche, sondern auch abhängig von Erfahrung und Selbsteinschätzung. Natürlich kann man sagen, dass die Leute selbst schuld sind, wenn sie "keine Kritik abkönnen", aber was nützt es mir denn, mir die Zeit zu nehmen und mich mit einem Bild auseinanderzusetzen, dem Zeichner helfen zu wollen, wenn er ohnehin am Ende nur verletzt ist? Das ist Unsinn, deswegen gebe ich mir Mühe, dass die Kritik weder demotivierend noch von oben herab noch zu sehr einschleimend klingt. Und beide dieser Punkte fehlen mir häufig bei Kritik von Leuten, die zwar selbst zeichnen - vielleicht auch sehr gut - aber sich nicht weiter damit beschäftigt haben, wie man richtig auf Bilder anderer Zeichner reagiert.
    Eine andere Sache ist die, dass auch Leute, die selbst zeichnen, sehr häufig in ihrer Kritik nicht zwischen tatsächlichen Fehlern und persönlichem Geschmack unterscheiden. Was nützt es mir, wenn mir jemand sagt, dass er die Lippen zu dick findet, nur weil er sie selbst immer total schmal zeichnet? Das ist völlig unhilfreich. Wenn mir schon einer auf die Nase binden muss, dass er etwas anderes eigentlich schöner findet - womit ich kein Problem habe - dann bitte aber auch so formuliert, dass klar ist, dass es sich um eine Geschmacksfrage handelt. Und auch das machen viele Zeichner nicht und ich kann mir vorstellen, dass bei Leuten, die nicht gerade einen massenkonformen Stil haben, sich ein gewisser Frust einstellt, wenn ständig solche Nörgeleien kommen, die überhaupt nichts mit den tatsächlichen Fähigkeiten zu tun haben.


    Letztlich lasse ich mir auch gern von Leuten, die selbst nicht zeichnen, Tipps und Kritik zur Technik geben. Die meisten, die dazu etwas zu sagen haben, haben sich auch in gewisser Weise damit beschäftigt und egal, von wem Kritik kommt, ob man etwas daraus macht bzw. ihr zustimmt oder nicht, muss man sich doch eh im Einzelfall überlegen.

  • Ja, man muß lernen Kritik als Hilfe anzuerkennen. Mir bleibt doch immer noch überlassen, ob ich diese Kritik / Hilfe annehme. Es ist doch auch mein gutes Recht sie zurückzuweisen.
    Das allerdings fällt mir auch noch schwer. Zu sagen :" Danke, für Deinen Kommentar, dennoch bin ich anderer Meinung"


  • Das allerdings fällt mir auch noch schwer. Zu sagen :" Danke, für Deinen Kommentar, dennoch bin ich anderer Meinung"


    Das kommt ja auch immer darauf an, wie die Kritik herübergebracht wird. Wenn einem da die "Fehler" nur so um die Ohren gehauen werden, ist man schnell verletzt. Da zieht man sich auch schnell mal ganz zurück und steht eben nicht cool da und sagt " Danke, für Deinen Kommentar, dennoch bin ich anderer Meinung".
    Obwohl man das sollte. Aber wer kann das schon.

  • Da gebe ich Dir Recht, aber so eine Art von Kritik habe ich nicht gemeint.
    Sonder eher eine konstruktive, die ich aber dennoch nicht annehmen kann, weil ich mein Bild anders sehe.
    Wenn Du z.B. kritisierst, dass mein Bild nicht nach dem golldenen Schnitt aufgeteilt ist, und Du damit Recht hast, dann kann ich doch immer noch sagen, ja, ich verstoße gegen die Regel, aber mir gefällt es.
    So in etwas meinte ich das - mir fällt es schwer zu meiner Meinung zu stehen, weil ich mich dem gegenüber, der sich die Mühe macht mein Bild zu beprechen, irgendwie verantwortlich fühle.

  • @ Bettina: Ich sehe es eher so, dass es interessant sein kann (auch für denjenigen, der die Kritik ausübt), zu erfahren, dass das Bild bewusst in einer gewissen Art und Weise gemalt wurde (kein goldener Schnitt etc). Man muss ja nicht alles nach den "Regeln" machen, aber dann, wenn es bewusst so geschehen ist, kann der Künstler auch dazu stehen und dem Betrachter dies auch mitteilen.

  • Also ich finde es kommt immer darauf an wer, wo und wie Kritik gibt.
    Dabei ist es eigentlich egal ob derjenige Sachkundig ist oder nicht. Auf seine individuelle Art und Weise kann jeder etwas zu einem Bild sagen und die verschiedenen Aspekte sind für den Künstler ja auch interessant und hilfreich. Insofern teile ich die Meinung der meisten (oder sogar schon eher allen ;D ) hier.


    Dass es im Internet schwer darauf ankommt wo das Bild gezeigt und kritisiert werden soll, ist offensichtlich, wenn man sich einmal die vielen verschiedenen Foren und deren Klientel so ansieht.
    Sicher muss man als Kritiker anders an die Sache ran gehen, wenn man in einem Forum unterwegs ist, in dem viele junge / unerfahrene Zeichner unterwegs sind oder viele Leute sich gegenseitig in den Himmel loben und das auch von dem Künstler meistens so erwartet wird.
    Wobei ich nichts in den Himmel loben würde, wenn ich schlicht nicht der Ansicht bin (das empfinde ich nämlich als unehrlich), da schreibe ich entweder gar nichts zu (wenn Kritik nicht gewünscht ist) oder drücke mich so diplomatisch wie möglich aus.


    Ich versuche generell gute wie verbesserungswürdige Aspekte in meiner Kritik unter zu bringen. Irgendwie hat sich das Konzept für mich bewährt. So kann der Künstler die verbessernde Kritik leichter annehmen, wenn er gleichzeitig auch Lob bekommt.


    Natürlich kommt das auch immer auf den jeweiligen Künstler an. Wenn ich ein Bild gar nicht gut finde und ich weiß, dass der Künstler die ehrliche Meinung vertragen kann, dann schreib ich sie ihn auch. Selbstverständlich immer sachlich und konstruktiv. Sich im Ton zu vergreifen ist dabei fatal (auch wenn es einem unabsichtlich das ein oder andere Mal passieren kann, weil man sich übers Internet leider auch nur beschränkt in den anderen hinein versetzen kann - in solchen Fällen sollte sich der Künstler schon melden, weil hell sehen kann ja auch kein Mensch).


    Wenn der Künstler zu dem Gesagten anderer Meinung ist, kann ich das durchaus akzeptieren. Mach ich ja schließlich nicht anders. Wenn jemand etwas anmerkt und ich sehe das anders, dann schreibe ich es auch und eben wieso. [pfeif]

  • Was ich etwas problematisch finde, ist dass man von Unsachkundigen bei realistischen Bildern, an denen alles stimmt, nur Bewunderung hört und solche Bildern dann meistens über etwas - ich sag mal "freieres" von Hobbykünstlern gestellt wird. ::)


  • Was ich etwas problematisch finde, ist dass man von Unsachkundigen bei realistischen Bildern, an denen alles stimmt, nur Bewunderung hört und solche Bildern dann meistens über etwas - ich sag mal "freieres" von Hobbykünstlern gestellt wird. ::)


    Hallo Juniper. Ich versehe den Text nicht ganz, könntest du den etwas erläutern? Was meinst du mit "freieres"


  • Hallo Juniper. Ich versehe den Text nicht ganz, könntest du den etwas erläutern? Was meinst du mit "freieres"


    hmm ich als unsachkundiger der gerne freies zeichnet würde mal beahubten.. das es sich bei freieres um solche kunst handelt die eventuell einige regeln der kunst missachted..? also so würde ich das verstehen, das man halt etwas freier malt/zeichnet.. und das man sich dann eventuell eben mehr gedanken um das bild ansich macht und nicht so sehr ob technuk oder perspektive stimmt
    und da würd ich juniper zustimmen, den eindruck hab ich auch öfter..

  • Oh, der Beitrag ist schon älter, aber ich versuche mal zu erläutern, was ich meine:
    Wenn man ein ziemlich fotorealistische Bild gezeichnet hat, bei dem technisch alles stimmt, dass man aber quasi komplett von einer Vorlage übernommen hat,sind meistens "Laien" total baff und begeistert.
    Wenn man dann etwas experimenteller arbeitet, etwas freier, und das Bild eben nicht mehr aussieht wie ein ausdrucksvolles Foto, sind die "laien" meistens weniger begeistert davon. Viele fangen vermutlich damit nichts an. Bei Fotorealismus kann hat man ja was "handfestes", jeder kann da beurteilen, ob es naturgetreu wiedergegeben ist.
    Bei freierer Kunst muss man sich mehr mit der Thematik beschäftigen, sich oft in das Bild hineindenken und gerade weil viele das nicht können, fangen sie mit dem freieren Bild nichts an und finden automatisch das realistische viel toller.


    Wobei ich nicht sagen will, dass es nicht auch durchdachte, aussagekräftige realistische Bilder gibt.


    Klar? :)) Tut mir leid, ich habe eine Bandwurmsatzkrankheit, sicher typisch Philosoph :))

  • Zitat

    [Tut mir leid, ich habe eine Bandwurmsatzkrankhe it, sicher typisch Philosoph


    Macht nix, Bandwurmsätze kann ich auch manchmal ganz gut ;D Aber danke [daumen-hoch], jetzt hab ich auch verstanden [laola]
    Da ist schon was dran. Ich bin auch immer hin und weg, wenn ich sehe wie schön realistisch einige zeichnen können. Ich war früher immer selber ganz depremiert, das Fotorealistisch so garnicht meins ist. Hab ich auch keine Gedult zu. Ich dachte immer sowas müßte ich auch können. Aber irgendwann hab ich gemerkt, das viele die gut Fotorealistisch zeichnen können dafür in anderen Bereichen wie zB Comics so ihre Schwierigkeiten haben. Ich glaube das ist immer auch Übungs-und-Veranlagungssache.
    Das war es wohl, was du meintest?


    Zitat

    Zitat einfügen
    @ Bettina: Ich sehe es eher so, dass es interessant sein kann (auch für denjenigen, der die Kritik ausübt), zu erfahren, dass das Bild bewusst in einer gewissen Art und Weise gemalt wurde (kein goldener Schnitt etc). Man muss ja nicht alles nach den "Regeln" machen, aber dann, wenn es bewusst so geschehen ist, kann der Künstler auch dazu stehen und dem Betrachter dies auch mitteilen.


    Wobei ich finde in der Kunst braucht man sowieso nicht so viele Regeln. Etwas neues kann und Außergewöhnliches kann ja nur entstehen wenn sich jeder frei entfalten kann (Ich hoffe ich hab das jetzt richtig formuliert) [pfeif]
    Und ein Bild bewerten ist sowieso immer so eine Sache, da das ja auch viel mit persönlichem Geschmack zu tun hat, oder?

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