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Mainstream in der Kunst

  • Also mir scheint, dass Bastel- bzw. Schreibwarenläden die einzigen Kunstbedarfsläden in meiner unmittelbaren Umgebung sind.
    Wobei ich solche Läden nun nicht wirklich als Läden für Kunstbedarf sehen würde.


    Der einzige Laden, den ich kannte (in Dortmund) ist allmählich auch zu einem Bastelladen verkommen.
    Wirklich viel Abwechslung habe ich da drin nicht gesehen. Irgendwie sind einige Materialien Mainstream und das ist dann auch im Sortiment. :-[


    Irgendwie ist es schwer sich als Künstler da abwechslungsreich auszutoben und mal was Individuelles auszuprobieren, was nicht jeder 5te Hobbykünstler zuhause stehen hat.


    Es scheint auch stark von der Region abhängig zu sein. Wo Universitäten sind, an denen Kunst unterrichtet wird, findet man eher Kunstbedarfsläden als in anderen Regionen.


    Ich finde das irgendwie ungerechtfertigt und verurteilt die Kunstschafenden in anderen Regionen dazu auf eben jenen Mainstream zurück zu greifen.


    Andererseits prägt Mainstream aber auch ganze Kunstepochen. Einer machts vor, viele andere machens nach. Wer ursprünglich die Idee hatte, lässt sich im Nachhinein nicht mehr so ganz nachvollziehen.
    Aber ich finde Künstler, welche sich trauen dem Mainstream zu entfliehen und was ganz Eigenes versuchen nicht nur mutig und Vorbildhaft, sondern auch manchmal ziemlich selten.

  • Erschreckend wie viele hierzu eine Meinung haben. :(

  • [wink]
    Ich bin auch sehr froh, dass wir den boesner in der Nähe haben und mit den "Bastelläden" stimme ich dir zu, ich kann diese Läden absolut nicht leiden. Ja, ich bastel gerne, sogar sehr gerne, aber wenn ich etwas hasse, dann sind das Bastelanleitungen/-hefte und und und. Das muss aus dem Kopf kommen. Man kann sich ja inspirieren lassen, aber einfach was nachzubasteln beeindruckt mich persönlich nicht. Außerdem ist es doch gerade schön, sich seine Sachen zusammen zu sammeln, die eigentlich vllt auch garnicht zum Basteln gedacht sind.
    Ich suche im Großhandel meistens nichts bestimmtes und stöbere, dann entdecke ich oft Sachen, die mich reizen und wenn ich dann mal eine Idee habe, ist es ganz nützlich, ungefähr im Hinterkopf zu haben, was es gibt.
    Aber ohne den Großhandel wüsst ich auch nicht wirklich weiter... vllt per Internet bestellen? Das ist zwar schade, weil es grade so toll ist, die Sachen schon im Laden auszuprobieren, aber besser als nichts.
    Zum Thema Mainstream: Zeichnen und Malen ist ein immer "mainstreamigeres" Hobby. Vor allem immer mehr alte Leute entdecken es wenn sie in Rente gehen. Der Hobbymarkt boomt echt wie noch nie. Am gängisten als Stil ist für Hobbymaler sicherlich der Realismus, wobei ich denke, dass sich auch immer mehr an Comics versuchen (v.a. jüngere, durch die Animées, etc.)

  • Mir scheint es auch, dass sich zeichnen und malen immer größerer Beliebtheit erfreuen und deswegen die "Kunstindustrie" (was ein Wort [pfeif]) boomt. Grade dieses Bob Ross oder Mara Stessless Painting scheinen mir besonders starke Mainstreamprodukte zu sein (bzw. Techniken).


    Malen nach Zahlen war ja ne Zeit lang auch so ein Dauerbrenner, der derzeit so vor sich hin schlummert in den Läden, aber das gibts auch noch.

  • Leider ist ja alles immer eine Modeerscheinung.
    Da Kleinrahmenarbeiten hoch im Kurs stehen, kann man eine Zeit lang überall Zubehör kaufen. Leider wir es aber oft schwierig, eine Qualitätskontrolle durchzuführen. ( das Thema hatten wir ja anderswo schon - billig ist nicht gleich schlecht)
    Aber ich hatte kürzlich ne Menge Ärger mit Leinwänden aus dem Supermarkt.


    Vor ca. 25 Jahren war Töpfern, Seidenmalerein und stricken total "in" und an jeder Ecke konnte man in Duisburg Materialien kaufen. Später mußte ich das Töpfern dran geben, weil es nirgends eine Möglichkeit gab die Sachen brennen zu lassen, eenso das Seiden Malen usw.


    Mir scheint, dass z. zt nicht nur das Malen, sondern verschiedene kreatve Zweige wieder "in" sind. Denn auch Wolle bekmme ihc wieder an verschiedenen Stellen, genauso Ton usw.


    Da ich aber gerade mal wieder eine Großstadt besichtigt habe, hat sich mein Eindruck verstärkt, dass es sich nicht nur um eine Modeerscheinung handelt, sondern auch eine Gebietsfrage ist.
    In München, Berlin und Frankfurt scheinen immer gewisse Produkte erhältlich u sein - in Duisburg nicht so.

  • "Kunst" die zu sehr im Mainstream (ich mag eigentlich keine Anglizismen ;) ) aufgeht, ist für mich schon gar keine Kunst mehr, sondern reines Handwerk. Da gibt es natürlich auch wieder viele Ausnahmen, doch oft trifft es zu.


    Und Kunst sollte doch etwas besonderes sein, dass die Menschen verzaubert.


    Doch es gibt hier auch eine andere Seite. Vieles was man früher als Kunst erkannt hat, wird heute als Kitsch oder bloßer Schmuck gesehen, wie z.b. verzierte Töpfe (was bei den Griechen noch große Kunst war, gibt es heute für 2,99 in der Ramschkiste - natürlich in billiger Variante, aus Massenproduktion), kleine Holz- und Tonfiguren. Ich hoffe, ihr versteht, was ich meine.


    [hr]


    In meiner Nähe gibt es gar keine Kunstgeschäfte; ich bekomme meine Materialien aus den großen Supermarktketten. ::)

  • Sind Euch irgendwelche Mainstreambewegungen in der Kunst aufgefallen? Wenn ja, welche und wo?

  • In der, ich sage mal "richtigen" Kunst (und meine damit das, was international hoch im Kurs steht und in den Museen), ist Provokation seit Jahrzehnten Mainstream.
    Funktioniert aber immernoch :))

  • Ich bevorzuge mittlerweile das Internet.
    So komme ich an alles was ich benötige und bekomme es nach Hause geschickt

  • Was mir auffällt (oder worauf ich hingewiesen worden bin ;) ), ist dass immer mehr Künstler der Street-Art-Szene in Galerien ausgestellt werden und ein gewisser Hype um sie ausbricht. Preise schnellen in die Höhe, das ist unglaublich. Werke von Künstlern, die noch vor ein paar Jahren illegal tätig waren (und es teilweise noch sind !), bringen bei Auktionen Summen von bis zu 1,8 Millionen $ ein (-> Banksy), Werke von Keith Haring auf der Berliner Mauer wurden schon 1990 für 40.000 DM pro Mauersegment (2 Meter breit) verkauft und sein Gesamtwerk war 200 Meter breit (also 100 Segmente -> 4 Millionen DM).
    Das ist aber sicher nur der Beginn. Was einst als Schmiererei verteufelt war, wird gesellschaftsfähig und zum Anlageobjekt.
    Eine verrückte Welt ! :-\

  • So ich hab das mal ausgegraben. ;D
    Ich glaube es gibt fast überall in der Kunst Mainstream oder zumindest die Möglichkeit, dass es Mainstream wird. Aber das ist ja nicht unbedingt schlecht. Ob ein Kunstwerk den Menschen gefällt oder nicht und auch wie vielen es gefällt, dafür kann der Künstler / das Kunstwerk ja nichts.
    Deshalb finde ich es auch manchmal etwas überheblich, wenn Leute meinen entscheiden zu können, was "richtige" Kunst ist und was nicht.
    Wenn man als Künstler neue Wege einschlägt, so bringt das mMn die Kunst vorran. Sie entwickelt sich dadurch. Aber wenn man andererseits Bilder malt, die schon unzählige male so gemalt wurden, so ist das dann ja auch kein "Betrug" an der Kunst und diese Bilder sind dann ja auch immer noch Kunst. (Mal ganz allgemein gesprochen. Wie das jeder für sich bewertet, ist ja wieder eine andere Geschichte)


    Um mal das Beispiel meiner/meines Vorposterin/Vorposters (?) aufzugreifen: In Islington(London) hat der Bezirksrat eine Plexiglasscheibe über ein Graffiti von Banksy montieren lassen. Und andere Streetartists können mit hohen Strafen rechnen, wenn sie erwischt werden. Solche Leute entscheiden also ob etwas Kunst ist oder nicht? ::)


    Ich beschäftige mich ja sehr viel mit Video-/Computerspielen. Das diese Spiele Kunst sind, war für mich schon lange klar, aber sie haben es immer noch sehr schwer allgemein als Kunstform angesehen zu werden. Bei den Mainstream-Spielen ist es z.B. ja auch so, dass da sehr viele Künstler dran arbeiten. Aber das ist ja z.B. bei einem Theaterstück auch so.
    Es sind eher die Independent Games, die von vielen als Kunst angesehen werden. Diese Spiele werden von wenigen Leuten (pro Spiel) ohne kommerziellen Druck gestaltet und so können da auch neue Sachen ausprobiert werden, die dann wieder die Kunst vorran bringen. Solche Spiele können aber im Nachhinein auch sehr erfolgreich werden (z.B. AngryBirds) - das verringert dann aber nicht ihren künstlerischen Wert.

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