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Eigene Bilder fotografieren

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  • Die eigenen Bilder abzufotografieren ist gar nicht so schwer, wenn man ein paar Tips beherzigt.
    Hinzu kommt noch eine Bauanleitung für eine Zeichen- und Fotografierplatte
    Leonardo da Vinci hatte dieses Problem nicht, obwohl er ausschließlich analog arbeitete. Wer seine Bilder digital erstellt, ist
    auch fein raus. Aber was ist mit all den Zeichnern und Malern, die auf Papier, Leinwand und was weiß ich für welchen Bildträgern arbeiten?

    Vielleicht kann dieser kleine Beitrag helfen, zu vorzeigbaren Ergebnissen zu kommen.


    1. Anforderungen

    Bevor wir loslegen, erst mal überlegen, was wir gerne haben möchten.
    • Bilder haben scharf zu sein. Man soll möglichst jeden Strich erkennen können.
    • Es darf nicht verwackelt sein
    • Der Weißabgleich muss stimmen. Die Farben sollen natürlich sein – also so, wie sie auf dem Bild tatsächlich sind
    • Der Ausschnitt soll sich auf das Bild beziehen
    • Die Aufnahmen müssen wiederholbar sein. Das heißt: alle Fotos müssen in gleicher Weise aufgenommen werden
      können.
    Dass man diese Anforderung nicht oder nur schwer mit einem in der Hand gehaltenen Smartphone erreichen kann, versteht
    sich von selbst.


    2. Womit aufnehmen? Was braucht man alles?

    2.1 Die Kamera

    Wer überlegt, sich eine Kamera zuzulegen oder bereits über ein entsprechendes Gerät verfügt, ist fein raus. Ansonsten geht
    alles, was man zur Hand hat: Spiegelreflexkamera, Bridge- und Kompaktkamera, Smartphone… Wichtig ist vor allem, dass die
    Kamera irgendwie fixiert werden kann. Alles oberhalb vom Smartphone hat eine Stativ-Bohrung auf der Unterseite. Das Telefon
    kann mit einem Stativ-Adapter befestigt werden (Kostenpunkt ab 1,00 €, noch oben keine Grenze).


    2.2 Ein Stativ

    Ein Stativ dient dazu, die Kamera gegen Verwackeln bei längeren Aufnahmen bei zu fixieren, in Ruhe den Bildausschnitt zu
    bestimmen und reproduzierbare Aufnahmesituation zu bestimmen (was auch immer das sein mag; kriegen wir noch).

    Die Art des Stativs ist eigentlich gleichgültig, wir wollen ja nicht ins Gelände. Das heißt: das billigste Stativ vom Flohmarkt
    reicht aus. Daneben gibt es Tischstativ, Klemmstative… Bei Tante Google kann man sich einen guten Überblick verschaffen.
    Gleichgültig wie: ab 10,00 € ist man dabei. Ich gehe mal davon aus, dass man sich für ein normales Dreibein-Stativ entscheidet.


    2.3 Licht und Beleuchtung

    Am besten ist immer das natürliche Tageslicht. Das allerdings den Nachteil hat, nicht immer und nicht immer in gleicher
    Helligkeit zur Verfügung zu stehen. Von der Verwendung eines Blitzes rate ich grundsätzlich ab. Das bezieht sich vor allem
    auf den eingebauten Blitz.

    Je nach dem welches Papier oder Zeichenmaterial zum Einsatz kam, kann es zu starken Reflexionen kommen, wenn man
    die Lichtquelle direkt neben der Kamera positioniert. Ausprobieren… Als Lichtquelle kommt alles in Frage, was heller macht
    und keine harten Schatten wirft.
    • Tischlampe ist gut, Taschenlampe ist schlecht.
    • Tageslichtlampen sind gut, Neonröhren sind eher schlecht.
    Wenn das Licht zu hell ist, kann man eine indirekte Beleuchtung wählen. Dazu lässt man das Licht auf eine Styropor-Platte
    fallen, die das Licht zum Bild lenkt. Unter Umständen muss man nach der Aufnahme den Weißabgleich per Bildbearbeitung
    anpassen.


    2.4 Sonstige Hilfsmittel

    Grundsätzlich gibt es zwei Aufnahme-Situationen: den zu fotografierende Bild liegt auf der Arbeitsfläche oder es steht mehr
    oder weniger senkrecht. In dem letzten Fall braucht man etwas, an das man das Bild „anlehnen“ kann.

    Hilfreich sind z.B. Buchstützen, das aufgeklappte Notebook oder ein aus Draht gebogener Halter. Wer eine Staffelei hat,
    ist besonders fein raus.

    Wichtig ist, das Format des Bildes. Größer als A4 kippt leicht um und muss unter Umständen mit Malerkrepp fixiert werden.
    Aquarell-Bilder sollten erst trocknen, bevor man sie aufstellt.

    2.5 Die Aufnahmeposition und Perspektive

    Die meisten werden wohl das fertige Bild fotografieren wollen. Will man dagegen die einzelnen Zeichenschritte „protokollieren“,
    also während des Zeichnens ein oder mehrere Fotos aufnehmen, muss man u.U. anders vorgehen.

    Will man von oben herab auf das liegende Bild fotografieren, sind einige Probleme zu beheben. Bei der Arbeit mit einem Stativ
    besteht die Gefahr, dass man die Bein oder Füße des Stativs mit aufnimmt. – Es gibt zwar Stative, bei denen die Mittelstrebe
    umgedreht werden kann, so dass die Kamera unter dem Stativ hängt, aber solche Stative sind relativ kostspielig. Es gibt auch
    „Stativ-Ausleger“, bei denen die Kamera auf einem Quer-Arm montiert wird; aber auch hier braucht man ein sehr stabiles Stativ
    und auch der Ausleger ist nicht gerade preiswert.


    3. Die Do-it-yourself-Lösung – eine eierlegend Wollmilchsau

    3.1 Materialien

    Wir brauchen:
    • 2 quadratische Sperrholzplatten, die 5 cm größer sind, als die längste Seite des Zeichenblattes, nicht zu dünn
    • 1 Holzleiste, dreimal so lang wie die Kantenlänge der Sperrholzplatten
    • Holzleim und Klebestoff
    • 8 kleine Holzschauben
    • 2 kleine Scharniere
    • Schnur oder Textilband
    • Feines Schleifpapier
    • Etwas Moosgummi
    • Feine Säge
    • 1 Schraubenzieher
    • 1 Heftgerät
    Zunächst wird jeweils eine Seite einer Platte mit Schleifpapier geglättet. Auch die Kanten entschärfen. Dies wird später
    die Oberseite. Die Holzleiste werden in drei gleichgroße Stäbe geteilt.

    An die Sperrholzplatte, die wir abgeschliffen haben, leimen wir auf die glatte Oberseite an zwei gegenüberliegenden Kanten
    je eine der Holzleisten. Die letzte Leiste leimen wir an eine der Seiten die andere Platte. Holzleisten sollen bündig mit den
    Platten abschließen

    Jetzt werden die Platten mit den Scharnieren verbunden. Dabei darauf achten, dass die Seiten mit den Leisten jeweils
    außen liegen. Man kann die Platten nun wie ein Buch aufschlagen oder wie ein umgekehrtes V als Aufsteller benutzen.
    Um zu verhindern, dass der Aufsteller eine Grätsche macht, wird Rechts und Links mit dem Heftgerät die Schnur oder das
    Band befestigt. Es sollte so lang bemessen sein, dass der Winkel, in dem die Platten geöffnet werden können, nicht größer
    ist als 15°.

    An die Unterseite kleben wir den Moosgummi fest, um zu vermeiden, dass die Platte Kratzer auf einer Tischfläche macht.
    Wer möchte kann nun die Oberseite noch schwarz lackieren.

    Damit haben wir einmal ein Zeichenplatte und gleichzeitig einen Aufsteller zum Fotografieren.


    4. Zurück zum Fotografieren



    Hier kommen jetzt ein paar Regeln. Diese gelten nicht nur für unseren eben beschrieben Bildhalter, sondern auch für jede
    andere Art der Aufstellung des Bildes.
    • Das Blatt wird beim Fotografieren immer im Querformat positioniert. Das erspart das umständliche Drehen der
      Kamera auf dem Stativ. Es ist einfacher, später das Bild in der Bildbearbeitung zu drehen.
    • Die Kamera sollte nicht auf die Automatik-Einstellung gesetzt werden. Wenn möglich die Einstellung „A“ oder
      „AV“ (Blendenvorwahl) nehmen und die kleinste Blendenzahl wählen.
    • Gibt es keine Möglichkeit, die Blende vorzuwählen, ein geeignetes Szene-Programm bei „Portrait“ beispielsweise
      wählt die Kamera automatische kleine Blendenzahl.
    • Blitz abschalten. Wenn das nicht möglich ist, mit einem davorgehaltenen Papier oder Tuch dafür sorgen, dass
      kein unerwünschtes Licht einfällt.
    • Die niedrigst mögliche ISO-Stufe wählen – dadurch wird das Bildrauschen zumindest reduziert.
    • Unter Umständen zusätzliche Lampen positionieren und einschalten
    • Die Zeichnung auf dem Ständer fixieren – u.U. Malerkrepp benutzen. Bitte darauf achten, dass alles komplett
      durchgetrocknet ist – sonst gibt es unerwünschte Glanzstellen auf dem Foto. Im schlimmsten Fall läuft die Farbe
      nach unten aus.
    • Den Bildhalter (oder was auch immer benutzt wird, um das Bild annähernd senkrecht zu bringen) aufstellen.
    • Die Kamera so positionieren, dass (a) alles scharf ist und (b) die gesamte Zeichnung zu sehen ist.
    • Die Kamera muss so geneigt werden, dass sie möglichst genau senkrecht zur Zeichnung steht.
    • Ein Probebild machen.
    • Wird dabei festgestellt, dass die Kamera längere Zeit belichten muss, den zeitgesteuerten Selbstauslöser benutzen
      (2 Sekunden sind als Vorlauf genug). Dadurch wird es beim Auslösen zu Verwacklungen kommt.
    • Auf keinen Fall die Bilder hinter Glas setzen. Da die Kamera senkrecht davor steht, gibt es auf jeden Fall
      unerwünschte Spiegelungen.
    Wenn man all dies beachtet, ist nur noch einiges wichtig: versucht Euch zu merken, wo die Kamera und wo das Bild stand,
    damit beim nächsten Mal die gleichen Einstellungen genommen werden können.


    5. Finale – die Bildbearbeitung

    Hier sind u.U. die folgenden Schritte notwendig:
    • Anpassen des Weißabgleichs
    • Ggf. drehen des Bildes um 90°
    • Vorsichtiges Nachschärfen
    • Anpassen des Bildausschnitts
    • Anpassen der Bildgröße für das Forum
    In einem anderen Beitrag möchte ich auf die Frage eingehen, mit welchem Programm man wie die Fotos seiner Bilder optimieren kann.



    Viel Erfolg!

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