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Bildaufbau - das "gute Bild"

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  • Manchmal sind es nur es nur Kleinigkeiten, die den Unterschied zwischen einem langweiligen und einem interessanten Bild ausmachen. In Regelform gibt es hier 10 Tipps
    Zurzeit stecke ich in den Vorbereitungen für einen Fotografie-Workshop und stelle mit wachsendem Erstaunen fest, dass es enorme Übereinstimmungen zwischen der Fotografie und der Zeichnung oder einem Gemälde gibt. Eigentlich klar, denn beide versuchen, einen Teil der realen, dreidimensionalen Welt auf eine zweidimensionalen Medium abzubilden.

    Bei dem Workshop soll im Wesentlichen der Frage nachgegangen werden: Wie mache ich ein Foto interessant? Was zeichnet ein "gutes" Foto aus? Und das kann komplett auf die Malerei übertragen werden. Wobei der Maler und Zeichner es sogar einfacher hat als der Fotograf. Dieser kann das Objekt selbst nicht ändern. Er kann nur zugreifen auf den Standort, die Perspektive und den Bildausschnitt; durch spezifische Belichtungstechniken kann er vielleicht etwas manipulieren. - Der Zeichner ist der absolute Herrscher seiner Welt: er kann Objekte weglassen, die ihn stören, er kann Dinge hinzufügen, die ihm fehlen, und er kann im Spiel mit Licht und Farbe die Stimmung des Bildes nach seinen Wünschen gestalten.

    Ob das allerdings immer zum Vorteil des Bildes ist, sei dahingestellt.

    Beiden Genres sind einige wenige Regeln gemeinsam, die Interesse erzeugen können. Die Crux ist, dass sich beim Betrachter in Bruchteilen von Sekunden ein Urteil bildet, sich entscheidet, ob er das Bild interessant findet oder ob weitergeblättert wird. Wenn man diese Regeln kennt und sie mehr oder weniger bewusst anwendet (oder auch gezielt missachtet), kann die Wirkung eines Bildes enorm gesteigert werden.





    Tipp1: nutze den "Goldenen Schnitt"



    Das ist eine recht komplizierte mathematische Formel. Als Goldener Schnitt (lateinisch: sectio aurea, proportio divina) wird das Teilungsverhältnis einer Strecke oder anderen Größe bezeichnet, bei dem das Verhältnis des Ganzen zu seinem größeren Teil (auch Major genannt) dem Verhältnis des größeren zum kleineren Teil (dem Minor) entspricht.

    Alles klar?

    Es geht darum, wie Proportionen und Größenverhältnisse dargestellt werden. In der allereinfachsten Form teilt man die Bildfläche durch jeweils zwei (gedachte) horizontale und vertikale Linien in 9 gleichgroße Felder. Die Bild-wichtigen Objekte sollen auf einem der vier Kreuzungspunkte angelegt werden.

    Dadurch wird das Bild harmonischer und dynamischer. Beispiele

    • Bei vielen Landschaftsbildern liegt der Horizont in der Mitte des Bilds – vielleicht sogar noch schief. Legt man ihn auf eine der horizontalen Linien, wird das Bild „spannender“. Auf welche Linie? – Möchte man einen dramatischen Himmel zeigen, legt man den Horizont tiefer. Geht es um eine abwechslungsreiche Landschaft, wird der Horizont nach oben gezogen.
    • Bei einem Portrait sollte das Auge, das dem Betrachter näher ist, auf eine der Schnittpunkt liegen.
    • Bei einem Landschaftsbild mit einem einzelnen, freistehenden Baum, wird er gerne in die Bildmitte gelegt. Das Bild kann interessanter werden, wenn der Baum von Mitte weg auf einen der Kreuzungspunkte wandert.


    Tipp2: in Blickrichtung muss Luft sein



    Zeichnet man einen von rechts nach links laufenden Hund, wäre es eine schlechte Idee, ihn am linken Rand „anzukleben“. In Blickrichtung sollte mehr Freiraum sein, als in die entgegengesetzt Richtung.Wird das Objekt genau mittig zentriert angebracht, kann es sehr langweilig wirken.


    Tipp 3: führe den Betrachter durch Linien


    Der Betrachter sucht im Bild nach einer Orientierung, die es ihm erlaubt, sich in dem Bild zurechtzufinden. Linien können Bereiche verbinden oder trennen, sie können dynamisch machen oder statisch. Und sie können benutzt werden, den Blick des Betrachters zu dem zentralen Bildelement zu lenken. Ein Zaun, eine Straße oder eine Häuserreihe der Horizont… alles kann zur Linie werden, die wir benutzen können.

    Die Wirkung wird noch verstärkt, wenn unterschiedliche Linientypen kombiniert werden. Ein waagerechter Horizont ist „langweilig“, er bekommt ehr Spannung wenn er mit einer senkrechten Linie (z.B. ein Baum) oder einer Diagonalen (z.B. eine Bergflanke) kombiniert wird.

    Linien können hervorragende Mittel an die Hand geben, eine Tiefenwirkung zu erzeugen.



    Tipp 4: benutze Perspektive und Fluchtpunkt(e)


    Die Perspektive ist die – noch nicht mal so sehr alte – Technik, die es erlaubt, eine räumlich oder Tiefenwirkung zu erzeugen. Dabei gilt:

    • Weiter weg liegendes scheint kleiner als näher liegendes
    • In der Natur hat näher liegendes eine eher warme Farbe, die mit zunehmender Entfernung kühler wird (mehr Blau). Näher liegende Objekte sind i.d.R. dunkler und kontrastreicher als entferntere gleichartige Objekte. à Luftperspektive
    • Entferntere Objekte werden mit weniger Details wahrgenommen als näherliegende. à Die (Kanten-)Schärfe nimmt mit zunehmender Entfernung ab.
    Wahrscheinlich merkt Ihr, dass hier wieder das Thema Linien von oben mitspielt.

    Um eine perspektivische Wirkung zu erzeugen, lässt man die Linien auf einen gemeinsamen Punkt zulaufen. Je nach Position des Betrachters liegt dieser Fluchtpunkt auf oder hinter dem Horizont (Normalperspektive), unter dem Horizont (Vogelperspektive) oder über dem Horizont (Froschperspektive). Es ist eine gute Idee, diesen Fluchtpunkt auf einer der vertikalen Linien anzulegen.


    Tipp 5: benutze die Position des Betrachters


    Gefühlt 120% alles Bilder werden aus der Position „aufrecht stehend, nach vorne blickend“ gemacht. Nach dem Motto: man zeichnet so wie eine stehende Person das Bild sehen würde (Normalperspektive). Gerade bei Landschaftsbildern kann es sehr reizvoll sein, eine tiefe, die sogenannte Froschperspektive einzunehmen.

    Benutzt man die Froschperspektive, um von unten nach schräg oben zu schauen, wirkt das Abgebildete größer oder dominanter.

    Die Vogelperspektive (also schräg nach unten) kann bewirken, dass etwas kleiner wirkt.

    Es ist eine gute Idee, bei Menschen- oder Tierbildern sich auf Augenhöhe zu begeben. Das heißt: bei Kindern und anderen Katzen: man muss runter.



    Tipp 6: arbeite mit Reihen und Wiederholungen


    Eine besonders gute Orientierung im Bild bieten Linien, die durch wiederkehrende oder wiederholte Objekte gebildet werden: Zaunpfähle, Alleebäume, Straßenlaternen…

    Hier muss berücksichtigt werden (da hat es der Fotograf einfacher als der Maler), dass nicht nur die effektive Größe auf dem Bild abnimmt, sondern auch die Entfernungen zunehmend kleiner werden.




    Tipp 7: arbeite mit Rahmen


    Lass Dein Bild nicht irgendwo auf dem Papier anfangen oder enden. Versuche, ihm einen „Rahmen“ zu geben. Ein begrenzender Baum, ein Haus, ein Blick durch eine Astgabel, geben dem Betrachter einen Rahmen, der ihn nicht aus dem Bild rauszieht, sondern gefangen hält





    Tipp 8: die Gründe des Bilds

    Man unterscheidet zwischen Vor-, Mittel- und Hintergrund. Nicht in jedem Bild können alle drei vorhanden sein; arbeitet man an einem Landschaftsbild, sollte allen klar vorhanden sein. Sie erleichtern dem Betrachter die Orientierung und Strukturierung des Bildes.






    Tipp 9: arbeite mit Farbwirkungen


    Komplementär-Farben können ein Bild sehr viel interessanter machen. Farbverläufe von kalt nach warm oder auch von hell nach dunkel können anziehend wirken. Es soll jetzt hier keine Farbenlehre ausgeführt werden. Es sei lediglich auf verschiedenste Veröffentlichungen hingewiesen. Stichwort: Komplementärfarben, Farbenkreis liefern in Internet hunderte von Fundorten.


    Tipp 10: alle Regeln dürfen gebrochen werden


    Es gibt durchaus gute Gründe, diese „Regeln“ bewusst nicht einzuhalten oder zu brechen, um zum Beispiel eine ganz bestimmt Bildaussage zu erreichen. Man sollte sich darüber im Klaren sein, dass ein stures Abarbeiten all dieser Regeln Nerv tötend wirken kann.

    466 mal gelesen

Kommentare 2

  • Rela -

    Sehr gut beschrieben, Georg :)

  • LillieNimmelf -

    Sehr wichtig wäre noch das Thema Licht und Schatten, Kontraste. Diese erst erwecken das Bild zum Leben.
    evtl. Tonwerte erwähnen unter Regel 9)

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