Amazon Partnerlinks:  
 
 
 

Weißabgleich

Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

Möchtest du eine Frage stellen und nur eine Frage? Dann nutze unseren Gastbereich um dies OHNE Registrierung zu tun!

  • Eine kleine Hilfestellung bei der Digitalisierung eigener Bilder
    „Der Weißabgleich (engl. white balance, WB) dient dazu, die Kamera auf die Farbtemperatur des Lichtes am Aufnahmeort zu sensibilisieren.“ (Wikipedia)

    Diese Definition sagt doch eigentlich alles. Oder? - Wir wollen doch nicht fotografieren, sondern zeichnen und malen. Wozu brauchen wir da einen Weißabgleich? Wir zeichnen mit Bleistift auf getöntem Papier. Gleichgültig bei welchem Licht wir das Bild betrachten. Das Papier ist immer getönt und der Bleistift-Strich immer mehr oder weniger grau. Und die Farben, die wir sehen, sind immer die Farben, die wir aufgetragen haben. - Muss man sich jetzt beim Malen darüber Gedanken machen?

    Nein, sicherlich nicht. Wo kämen wir denn da hin!

    Aber wenn man sein Werk digital in irgendeiner Weise veröffentlichen möchte, sind unter Umständen einige Klippen zu überwinden:

    • Das Aufnahmegerät sieht die Farben vielleicht anders als wir
    • Das Wiedergabegerät sieht eventuell die Farben anders als das Aufnahmegerät
    Das Problem kennt wahrscheinlich jeder, der versucht hat, seine Urlaubsbilder auf dem heimischen Farbdrucker auszugeben. Ein herrlicher Wintertag, Schnee, blauer Himmel und eine strahlende Sonne. Und das Ergebnis: grauer Himmel, und der Schnee mit einem kräftigen Hauch von Blau und unterbelichtet ist es sowieso.

    Offensichtlich haben Kamera und/oder Drucker die Sache mit den Farben gründlich falsch verstanden.

    Hier soll es jetzt nicht um einen Lehrgang in der Fototechnik gehen, sondern „nur“ versucht werden zu erklären, wie erreicht werden kann, dass bei der Reproduktion der eigenen Bilder keine Farbverfälschungen auftreten.

    Womit nimmt man auf

    Im Allgemeinen werden die eigenen Gemälde nicht mit einer aufwändigen Repro-Technik aufgenommen, sondern damit, was gerade zur Hand ist: Scanner, Smartphone, Kompakt-, Bridge oder Spiegelreflex-Kamera. Die so entstandenen Aufnahmen werden gegebenenfalls minimal nachbearbeitet (meinst geht es nur um die größe) und als JPeg- oder PNG-Datei ins Internet hochgeladen – im Optimalfall in unser Forum.

    Was passiert bei der Aufnahme

    Das ist jetzt natürlich stark davon abhängig, womit man die Bilder erfasst. Aber im Wesentlichen geschieht folgendes.

    Das Gerät geht davon aus, dass die größten hellen Flächen entweder weiß oder neutralgrau (Als Neutralgrau wird in der Fotografie ein Grauton bezeichnet, in dem alle Farben des Spektrum gleich enthalten sind. Ein derartiger Grauton wird "ohne einen Farbstich" wahrgenommen. Man spricht auch von 18 % Grau).

    Funktioniert dieses Verfahren, ist das Bild „sauber“, alle Farben sind korrekt dargestellt. Ist die größte helle Fläche nicht weiß oder grau, sondern z.B. hellbraun, wird diese Farbe als weiß interpretiert und alle anderen Farben ändern sich entsprechend.

    Gibt es keine größeren hellen Flächen, wird davon ausgegangen, dass alle Farben im Bild auftauchen. Auch hier kann es zu einem Farbstich kommen, da meist eben nicht alle Farben vorhanden sind

    Dann gibt es noch das Problem der Beleuchtung. In unterschiedlichen Lichtquellen sind unterschiedliche Farben enthalten. Fotografiert man seine Zeichnung im Sonnenlicht, sieht die Kamera es anders als im Licht einer Neonröhre. Unterschiedliches Licht führt zu unterschiedlichem Reflexionsverhalten.

    Und die Konsequenz?

    Man nimmt nur noch reinweißes Papier und arbeitet nur noch mit Zeichenkohle.

    Und die Lösung ist…

    … ganz einfach, wenn auf dem Foto oder Scan die gleichen Farben wie auf dem Original zu sehen sind. Dann macht man nämlich gar nichts.

    Sind die Unterschiede so groß, dass man seine Papierfarbe nicht mehr korrekt erkennt, ein Farbstich gefunden wird oder – wie bei meinem Scanner – einzelne Farben falsch dargestellt werden, sollte man überlegen, ob es angezeigt ist einzugreifen.

    Arbeiten im Vorfeld

    Aufnahme mit Kamera oder Smartphone

    Werden Seiten für die Veröffentlichung fotografiert, sollte man versuchen, eine wiederholbare Aufnahmesituation herzustellen. Tageslicht-Aufnahmen sind unterschiedlich bei bewölktem Himmel, in praller Sonne oder bei Sonnenuntergang. Da man immer noch nicht in der Lage ist, das Wetter wirksam zu kontrollieren, empfiehlt es sich, mit Kunstlicht zu arbeiten, das man möglichst immer gleich einsetzen kann.

    Auf keinen Fall sollte man einen Blitz einsetzen, der direkt auf das Bild zeigt. Das führt leicht zu Überstrahlungen, die nur sehr schwer zu entfernen sind.

    Positionieren und Einstellen der Kamera

    In der Regel ist es wenig sinnvoll, die Kamera (mehr oder weniger) senkrecht über das Bild zu halten und von oben nach unten zu fotografieren. Besser (und leichter zu kontrollieren) ist es,das Bild senkrecht oder in einem Winkel von bis zu 45° geneigt aufzustellen – und zwar immer in dem gleichen Winkel.

    Die Kamera sollte möglichst auf einem Stativ positioniert sein. Empfehlenswert ist – sofern man nicht bereits ein „großes“ Stativ besitzt – ein kleines Tischstativ. Es gibt auch recht preiswerte Stative für ein Smartphone, oft in Verbindung mir eine Selfie-Stick. Die Kamera muss so ausgerichtet sein, dass die Sehachse senkrecht zum Bild steht. Die Entfernung zum Bild sollte möglichst immer – bei gleichen Formaten – immer identisch sein. Das muss ausprobiert werden.

    Am einfachsten ist es, eine große Pappe als Unterlage zu nehmen, darauf die Position des Bilds und für die einzelnen Bildformate die Positionen für die Kamera einzuzeichnen.

    Die Kamera wird auf den niedrigstmöglichen ISO-Wert eingestellt (in der Regel 100). Sofern man den Weißabgleich einstellen kann, sollte man testen, bei welcher Einstellung das gewählte Lichtsetup am natürlichsten wirkt. Dazu ein leeres weißes Blatt fotografieren und ausprobieren, bei welcher Einstellung auch tatsächlich ein weißes Blatt gezeigt wird.

    Die Automatik-Einstellung sollte man entweder vermeiden oder – wenn es nicht anders geht – zumindest den eingebauten Blitz abschalten. Die optimale Einstellung wäre „Blendenvorwahl“ oder eine möglichst kleine Blendenzahl (=große Blendenöffnung). Diese Einstellung sollte notiert werden, damit sie später wiederholt werden kann.

    Positionieren des Bildes

    Die Neigung des Bilds sollte immer gleich sein; dann ist es einfacher, eine reproduzierbare Situation zu schaffen. Ob man einen Ständer benutzt, es an Bücher oder das Notebook anlehnt ist eigentlich unerhablich.

    Das Licht

    Die Lichtsituation muss kontrollierbar und reproduzierbar sein; d.h. ich will nur das Licht, das ich selbst setze. Keine „Störung“ durch Sonnenlicht. Das Zimmer abdunkeln und je rechts und links von der Kamera eine Lichtquelle aufstellen. Das kann, muss aber nicht unbedingt eine Tageslichtlampe sein. Wichtig ist: gleiche Lichtfarbe und -stärke. Eine simple Schreib- oder Nachttischlampe reicht aus. Voraussetzung: das Licht muss auf das Papier gerichtet werden können. Die Positionen der Lampen sollte ebenfalls auf der Unterlage markiert werden.

    Wichtig ist dabei, dass jeder Punkt des Bilds gleich ausgeleuchtet wird. Es dürfen keine Schattenecken entstehen. Bei der Arbeit mit einer Lichtquelle besteht die Gefahr, dass es einen Helligkeitsabfallvon der einen zur anderen Seite gibt. Man sollte darauf achten, dass Kamers und/oder Stativ keinen Schatten auf das Bild werfen.

    Aufnahme mit einem Scanner

    Ich gehe davon aus, dass in der Regel ein Flachbettscanner genutzt wird. Ein Einzugsscanner könnte bei einigen Materialien fatale Folgen haben. Von Vorteil bei einem Scanner ist, dass eigentlich eine wiederholbare Aufnahmesituation gegeben ist. Unabhängig von der Tageszeit und dem Wetter sollte ein Scanner immer vergleichbare Ergebnisse liefern.

    Wohlgemerkt: „sollte“. Gerade bei preiswerten und älteren Geräten kann es zu einem Verstellen der Weißabgleichs kommen – sei es durch ein Nachlassen der eingebauten Lampe oder durch Falschinterpretation von Farbinformationen.

    Bei teureren Markengeräten gibt es die Möglichkeit einer (Neu-)Kalibrierung mit spezieller Software. Möchte ich jedoch außen vor lassen. Sollte der Scanner Farben falsch interpretieren, , muss das Bild nachbearbeitet werden oder man nimmt gleich einen Fotoapparat.

    Weißabgleich im Bild korrigieren

    Hier ist die Stunde der Software. Es ist möglich einen Weißabgleichnachträglich (in gewissen Grenzen) zu korrigieren. Das kann man natürlich mit den recht teuren Adobe-Produkten (Photoshop, Lightroom und Konsorten) erledigen, es gibt jedoch auch kostenlose Software, die diese Aufgabe ausgezeichnet meistert.

    Hier schlägt die große Stunde von z.B. Picasa (Freeware von Google), GIMP (ein Programm aus der Linux-Welt für Windows), und – mein Favorit – jpgilluminator. Ich gebe zu, dass GIMP nicht grade das einfachste aller Programme ist, aber sicherlich das mächtigste. Am einfachsten ist es meiner Einschätzung nach mit Picasa,bei dem man mit einer Pipette ins Bild klickt um den Weißabgleich zu korrigieren.

    Ein wenig kann man es erleichtern, wenn man in dem zu bearbeitenden Bild die Farben Weiß oder Grau enthalten hat. Diese können als „Referenzpunkte“ für den Weißabgleich genutzt werden:

    Es muss dann korrigiert werden, wenn etwas, das tatsächlich grau oder weiß ist, nicht mehr als solches erscheint.

    Der Vorteil von z.B. jpilluminator ist, dass alle Arbeiten , die üblicherweise anfallen, in einem Programm erledigt werden können: beschneiden, ausrichten, drehen, Weißabgleich, Größenänderung… Man muss sich nicht in alle möglichen Tools einarbeiten

    Und die Einschränkungen…

    Bis jetzt haben wir nur drei Stationen bei der Veröffentlichung eines Bilds berücksichtigt:
    • Das Bild selbst mit seinen Farben, seinem Papier
    • Wir haben es optimal belichtet und fotografiert oder gescannt
    • Wir haben die erhaltene Grafikdatei optimiert.
    Wenn wir jetzt das bearbeitete Werk am Bildschirm betrachten, sieht es genauso aus, wie das Original(sollte es zumindest). Aber jetzt kommen zwei Klippen, auf die wir kaum Einfluss haben:

    • Was macht der Forenserver (oder Facebook oder wer auch immer) oder auch der Browser mit den Bildern. Auf meinem (kalibrierten) Monitor sind die Farben im Browser anders als in dem Bild auf meiner Festplatte.
    • Auf welchen Monitoren wird das Bild bei anderen Anwendern betrachtet. Sind diese nicht genauso eingestellt wie mein Gerät, kann es zu Unterschieden kommen.
    Da wir hier im Forum „nur“ private Bilder einstellen, bei denen es nicht um eine 100%ige Abbildungsgenauigkeit ankommt, kann man damit leben, bzw. muss man damit leben. Kleinere Abweichungen sind wohl verzeihlich, wenn die wesentlichen Parameter stimmen.

    264 mal gelesen

Amazon Partnerlinks: