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Porträt in Kohle zeichnen

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  • Wie man ein Porträt mit Kohlestiften zeichnet - Schritt für Schritt :)
    Porträt in Kohle


    Mit Kohle kann man nicht so detailreich arbeiten wie mit Bleistift, und doch auch sehr realistisch, wenn man möchte. Auf jeden Fall zeichnet einen Skizzenhaften und aber auch intensiven Charakter eine Kohlezeichnung aus.

    Bei Kohle ist das wichtigste, drauf zu achten, das weder das gesamte Bild zu dunkel wird, oder der Kontrast im Bild zu stark wird. Also das nicht nur weiß und schwarz das Bild ausmachen. Daher ist, wie später beschrieben, das verwischen, dass sogenannte auslöschen der ersten Zeichnung wichtig, um die grauen Zwischentöne zu erhalten.

    Bei der Erstellung einer Kohlezeichnung ist vor allem das ständige vergleichen und einordnen der grau Töne der Vorlage und die der Zeichnung wichtig. Das heißt, dass das Tiefschwarz der Pupille genauso schwarz ist wie der dunkelste Schatten in der Nase.

    Als Untergrund sollte auf jeden Fall kein Kopierpapier sein, das ist einfach zu dünn, zu glatt und zu klein. Am besten eignet sich A3 und größer, da man mit einem Kohlestift nicht ganz so fein arbeiten kann wie mit einem Bleistift, außer man spitz ständig nach, z.B. mit einem Cutter.
    Am besten ein dickeres, leicht raues Papier nehmen. Die Oberfläche sollte nicht unbedingt strukturiert sein, sondern eher eine weiche Oberfläche haben, wie etwa Tonpapier…am besten probiert man an einer Stelle aus, wie die Kohle haftet und wie sie sich verhält wen man drüber wischt. Lässt sie sich gar nicht verwischen, wird das Bild strichig, geht beim wischen alles vom Papier wird man auch nicht glücklich.


    Sonst braucht man noch Kohlestifte. Die gibt es in Holz gefasst und in meist 3 verschiedenen Härten. Weiche eignen sich für die Vorzeichnung und das anlegen von Schattenflächen, die Härteren eher für Details. Wobei hier, finde ich, der Unterschiede der Härte nicht so deutlich ausfällt wie bei Bleistiften.
    Man kann auch einen Mienenhalter für dicke Minen kaufen, und dazu passend Kohlemienen.
    Kohle in Stäbchenform eignet sich vor allem für große Flächen (Breitseite) oder mit der Kante durchaus auch für Linien, wobei das unpräziser wird, wie mit einem Stift.
    Spitzen sollt man die Stifte am besten mit eine sogenannten Kurzkonusspitzer. Dadurch wird der Stift auf einem kürzeren Stück angespitzt, die Spitze wird ein kompakterer kegle als mir normalen Anspitzern und bricht nicht so schnell. Natürlich gehen auch Cutter oder eine Spitzmaschine.

    Unerlässlich ist ein guter Knetradiergummi, bewährt hat sich bei mir der graue von Faber Castell. Er ist weich, gut formbar und nimmt viel Staub auf, aber er klebt nicht
    Dann ist ein normaler Plastikradierer für ganz weiße Stellen praktisch, und für feine Arbeiten ein Stiftradierer oder Radierminenhalter.

    Estompen eigenen sich hervorragend um die Kohle bei Details oder aber auch bei Flächen in das Blatt einzuarbeiten. Am besten hat man eine feine und eine sehr dicke. Man sollte sie dann aber nur für Kohle benutzen, sonst verschmutzen sie etwa Bleistiftbilder später.

    Darüber hinaus braucht man noch ein weiche Baumwolle oder Frottiertuch zu verwischen und ein Unterlegblatt für die Hand. Wobei noch gesagt werden sollte, das man einen Kohlestift eigentlich nie wie einen Bleistift halten sollte, sondern eher wie einen Pinsel, damit die Hand so wenig Kontakt mit dem Blatt hat wie nötig. Nur bei manchen Details finde ich, muss man ihn eben doch halten wie einen Bleistift. Das ist einfach auch persönliche Geschmackssache^^




    1.Schritt

    Als Vorlage eigen sich vor allem Schwarzweißbilder, die wenig feine Details enthalten, denn es ist schwerer, etwas zu vereinfachen, als es zu übernehmen wie es ist. Bei einem Porträt sei noch gesagt, das man für den Anfang auf keinen Fall ein Bild mit Frontalansicht wählen sollte sondern eher ein halbschräges oder eine Profilansicht.
    Zuerst Skizziert man vorsichtig los. Man sollte bedenken, dass man vor allem starke Kohlestriche nur sehr schwer wieder ausradieren kann. Man kann auch die Vorskizze mit Bleistift machen, aber bitte nur ganz leicht und am besten mit H damit auch die Kohle darauf haften kann später.
    Ich persönlich fange gerne an den Augen an und ermittle fast alle anderen Merkmale mit Hilfe der Augenlänge oder wie sie mit vertikalen Linien zu den Augen stehen. Zum Beispiel wenn ich die Nase skizziert habe und ich überprüfe, ob sie breit genug ist, fahre ich an den Seiten der Nasenflügel hoch und schaue wo es auf dem Auge auftrifft und vergleiche das mit der Vorlage.
    Sitzen alle Proportionen, zeichnet man auch noch grob die Schatten ein. Ganz dunkle werden stärker gemacht nicht so dunkle leichter, und helle und ganz weiße stellen lieber erstmal auslassen, damit es nicht zu dunkel wird.





    2. Schritt

    Jetzt kommt das auslöschen. Man wischt einfach mit dem Tuch sanft über das Bild. Am besten in gleichmäßigen Bewegungen. Dabei kann man kreisende Bewegungen machen, damit es gleichmäßig wird. Oder nur eine Richtung für andere Effekte. Dabei wird das weiße des Blattes grau und die dunklen Kohlestellen heller.




    3. Schritt

    Hier wird nun wieder das ganze weiß und die hellgrauen Stellen im Bild bearbeitet. Man nimmt den Knetradiergummi und tupft über das Blatt. Schicht für Schicht nimmt er so weder die Pigmente vom Bild. Somit kann man feine Abstufungen erhalten. Jeder Wölbung wird somit modelliert, und auch die Reflexe in den Augen. Für reinweiße Akzente nimmt man dann den Plastikradierer, der härtere weiße Stellen hinterlässt.




    4. Schritt

    Nun arbeitet man von oben links nach unten rechts die Details noch mal nach. Dabei sollte man sich auf jeden Fall ein Blatt Papier unter die Hand legen. Mit Kohlestift geht man noch mal über dunkle Stellen wie Haare oder Ohrfalten und homogenisiert alles ein bisschen mit der Estompe.Mit dem Radierstift kann man dann wieder helle Strähnen im Haare herausholen. Nicht vergessen sollte man, auch die Zwischentöne zwischendurch durchscheinen zu lassen um nicht nur schwarz und weiß zu erhalten. Dabei kann man es auch ausnutzen, das verschiedene Kohlearten verschieden starkes schwarz abgeben. So ist mir aufgefallen, dass die Kohlestäbchen sehr sattschwarz sind, die Stifte auch recht dunkel, die Mine jedoch etwas gräulicher wirkt.

    Harte schwarze Striche werden mit der Estompe wieder verschmolzen mit dem Rest du für rein-schwarze Akzente komm dann noch mal eine Schicht Kohle drüber, die unverwischt bleibt.





    Bei der Kleidung, hier eine dunkle und große Fläche, wird noch mal alles mit Kohle grundiert und mit der Seite der Estompenspitze verwischt. Das macht einen weicheren Eindruck wie unverwischt oder nur mit dem Tuch verwischte Kohle.


    Und hier das Endresultat:




    Viel Erfolg und Spaß dabei!!
    [malen]

    500 mal gelesen

Kommentare 4

  • AlterMann -

    einen herzlichen Dank für diese gelungene Anleitung.

    Es war mir glatt möglich eine Skizze aus dem Kopf von meinem Koppe zu erstellen, 10min, und sie hat sogar Ähnlichkeit mit mir. In Kohle!!!
    Es war mir nämlich recht unmöglich verriebene Kohle wieder zu entfernen.

  • ErnstG -

    Fantastisches Portrait - sehr schöne Umsetzung!

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